Wir kommunizieren, speichern, verwalten, bearbeiten Daten - tagein, tagaus. Da stellt sich für die meisten die Frage, wie sich die Arbeit zukünftig verändern wird, und vor allem wie wohl die Arbeitsplätze der Zukunft aussehen werden?
Zu diesem interessanten Thema sprach der österreichische Zukunftsforscher Harry Gatterer am Montag im WohnForum in der Hohenzollernstraße. Das Motto der Veranstaltung lautete „New Work Office – Wie sich die Definition von Arbeitsplätzen wandelt“ und bereits zu Beginn stellte Gatterer klar: Der klassische Arbeitsplatz fürs Leben verschwindet. Nicht zuletzt, weil Landwirtschaft, körperliche Arbeit, Fabrikarbeit und altes Beamtentum immer mehr in den Hintergrund rücken werden, während die so genannten kreativen Berufe ins Zentrum der zukünftigen Arbeitswelt driften. Produktivität entsteht zukünftig in der Kreation und der Entwicklung neuer Lösungen. Abläufe im Arbeitsalltag werden nicht nur schlanker und intuitiver - was Arbeitsprozesse erschwert, wird vermieden. Weil jedoch auch die emotionale Intelligenz, also der Umgang mit Menschen, ein zentraler Faktor für Produktivität wird, wird zunehmend das Lernen zur Lebensaufgabe; immer und überall bilden sich Chancen zu lernen - fürs Leben, und damit auch für den Beruf.
Weit entscheidender jedoch, da ist sich Gatterer sicher, ist die neue Kernressource: Kreativität. Unternehmen werden zukünftig vermehrt auf die Ausbildung kreativer Fähigkeiten achten. Für die Förderung von Kreativität bedarf es laut Gatterer vor allem eines kreativen Umfeldes, in dem es möglich ist, anders zu sein und anders zu denken. Vor diesem Zusammenhang zitiert Gatterer den FlowForscher Mihaly Csikszentmihalyi: „Kreativität entfaltet sich am ehesten an Orten, an denen neue Ideen weniger Anstrengungen erfordern, um wahrgenommen zu werden“. Kreativität braucht vor allem den Schutz vor Routine und „Pseudo-Besserwissern“, also ein Klima des Vertrauens, eine Schutzzone für neues Denken. Aber Kreativität benötigt auch betretbare Räume, die einerseits zum Träumen und andererseits zum kreativen Austausch einladen.
Moderatorin Dorothee von Bose, die bereits zum zweiten Mal durch den Abend führte, hakte QUER und LÄNGS nach.
„Nach wie vor haben die meisten Unternehmen keine rechte Ahnung, wie sie mit Kreativität umgehen sollen. Gerade dieses Wissen wird sich jedoch als Überlebens-Tool der Zukunft erweisen“, erklärte der Zukunftsforscher dem interessierten Publikum. Einfache Kreativitäts-Methoden wie Brainstorming oder Mindmapping werden alltägliche Besprechungen ergänzen und eine neue Kultur des Wissensaustauschs fördern. „Es geht darum“, so Gatterer, „eine Atmosphäre aus Entspannung und Konzentration, Sicherheit und Stimulation, Spaß und Risikobereitschaft zu kreieren. Eine Technologie, die den Menschen intuitiv unterstützt und komplexe Prozesse mit einer Leichtigkeit darstellt.“
Der Österreicher ist sicher: Unternehmen kommen nicht umhin, zukünftig eine Kultur entstehen zu lassen, in der neue Gedanken ohne Bedenken geäußert werden dürfen. Zuhören und Respekt sind Grundvoraussetzungen. Und diese neue Kultur wird getragen durch Räume, die zum verspielten neuen Denken einladen und Routine fernhalten. Groß, bunt, verspielt ...
Bei einem Glas Wein wurde lange angeregt weiter diskutiert, wie sie denn nun genau aussehen könnten, die Arbeitsplätze der Zukunft.
Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.
Einen Videomitschnitt der Veranstaltung finden Sie hier.
Wir bedanken uns bei allen Besuchern für das Interesse und freuen uns auf ein Wiedersehen und weitere interessante Gespräche, wenn es wieder heißt: QUER+LÄNGS.
Ihre Südhausbau.