Im Namen
der Kunst.

Ralf Ziervogel: "Every Adidas Got Its Story"

Die Ausstellung God's Cop wurde mit Zeichnungen besetzt, die wie an die Wand gelehnte Möbelstücke auf einen Dachboden arrangiert wuden. Inhaltlich von mannigfaltiger Zerstörungswut und absoluter Fragilität besetzt, setzte sich diese Installation mit der Stumpfheit und Sensibilität unserer Zeit gleichermaßen auseinander. Dabei wurden diese Gegensätze aber nicht separiert betrachtet, sondern innerhalb einer Arbeit miteinander konfrontiert.

Das Zweite Gesicht

Unter dem Titel DAS ZWEITE GESICHT präsentiert die Sammlung Südhausbau sieben junge Künstler, deren Werk die aktuellen surrealistischen Tendenzen in der Gegenwartskunst spiegelt. Viele der in der Ausstellung versammelten Gemälde, Aquarelle, Drucke und Collagen zeugen vom Glauben an die Macht der Assoziation und des Traums sowie vom zweckfreien Spiel des Denkens, wie sie von der ab 1924 um André Breton versammelten französischen Künstlergruppe gepflegt wurden. So scheinen die düster-phantastischen Bildwelten von Jānis Avotiņš, Dennis Scholl und Thomas Helbig dem individuellen Erleben der Künstler entsprungen, ihren Visionen, Träumen und verblassten Erinnerungen. Ein ironisch-intellektuelles Spiel mit Doppelstrukturen treiben hingegen Michael Bauer, Dirk Bell und Thomas Zipp. Mit der Transformation scheinbar realistischer Fotografien in abstrakte Parallelwelten befasst sich Morag Keil. Allen gemein ist der Anspruch, eine Welt jenseits des Sichtbaren wiederzugeben und mit ihrem Werk eine parallele Realitätsebene zu schaffen, die allein der subjektiven Wahrnehmung der Künstler verpflichtet ist. 

 

Menschenbilder

Die Sammlung Südhausbau konzentriert sich auf zeitgenössische, in diesem Jahrtausend entstan-dene figurative Malerei. Der Großteil der in der Sammlung vertretenen Künstler ist unter 40 Jahre alt. Ihr Menschenbild spiegelt die Ängste, Phantasien, Prägungen und Emotionen einer Genera-tion, die sich in einer von Stichworten wie Globalisierung, Radikalisierung, war on Terror, Allianz des Bösen oder Klimawandel bestimmten Gegenwart behaupten muss. Wo die Politik nur bedingt in der Lage ist, Lösungsansätze zu formulieren, hält sich auch die Kunst zurück. Das utopische Potential der gezeigten Positionen ist gering. Zu sehen sind Momentaufnahmen, die versuchen, einer individuellen Haltung gegenüber der Realität und ihren Herausforderungen Ausdruck zu verleihen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zeigt die Ausstellung einen Ausschnitt aus dem breiten Spektrum künstlerischer Haltungen, die das Bild des Menschen in den Mittelpunkt stellen.

 

Chimären

Die unter dem Titel CHIMÄREN versammelten Arbeiten von Matias Becker, Marcel Dzama, Kent Henricksen, Jon Pylypchuk und Fumie Sasabuchi scheinen direkt einem Fiebertraum entsprungen. Der aus der griechischen Mythologie stammende Begriff Chimäre, der ursprünglich ein dreiköpfiges feuerspeiendes Monster bezeichnete, bedeutet heute auch Trugbild, Hirngespinst und den Versuch, das Unmögliche zu beschreiben. Die gezeigten Gemälde, Skulpturen und Papierarbeiten umkreisen die Ängste, Bedrohungen, psychische Spannungen und Unterdrückungsmechanismen sowie das latente Gewaltpotential unserer Zeit. Die Bildinhalte sind nicht auf den ersten Blick zu erschließen. Sie spiegeln eine subjektive, medial geprägte, von verdrängten Emotionen dominierte Sicht der Welt, eine Sicht, die auf analytische Distanz verzichtet und keinerlei Anspruch erhebt, eine Utopie oder die Vision einer besseren Welt zu entwerfen. Verdrängtes oder Verleugnetes wird sichtbar und offenbart die ambivalente Betrachtungsweise einer jungen Künstlergeneration.



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